Energiepreise steigen rasant: Strom, Gas und Heizöl deutlich teurer, nur Pellets werden günstiger

ie Energiepreise ziehen erneut spürbar an. Besonders Verbraucher, die aktuell einen neuen Vertrag abschließen oder kürzlich gewechselt haben, merken das direkt im Geldbeutel. Innerhalb kurzer Zeit sind die Preise für Strom, Gas und Heizöl deutlich gestiegen. Gleichzeitig gibt es eine auffällige Ausnahme: Pellets werden derzeit etwas günstiger. Die Entwicklungen auf dem Energiemarkt sorgen damit erneut für Unsicherheit bei vielen Haushalten.

Seit Beginn der Spannungen rund um den Iran stehen die internationalen Energiemärkte zunehmend unter Druck. Diese geopolitischen Entwicklungen wirken sich unmittelbar auf die Energiepreise in Europa aus. Vor allem Neukunden sehen sich mit deutlich höheren Preisen konfrontiert. Wer aktuell einen neuen Vertrag abschließt, zahlt häufig deutlich mehr als noch vor wenigen Wochen.

Für viele Verbraucher kommt diese Entwicklung überraschend. Nach einer Phase relativer Stabilität hatten zahlreiche Haushalte gehofft, dass sich die Energiepreise dauerhaft beruhigen. Stattdessen zeigt sich nun erneut ein deutlicher Aufwärtstrend. Besonders Gas und Heizöl verteuern sich stark. Strom folgt ebenfalls nach oben, wenn auch etwas moderater. Lediglich bei Pellets gibt es derzeit eine leichte Entlastung.

photo of truss towers

Strompreise steigen innerhalb weniger Wochen

Die Strompreise für Neukunden sind innerhalb eines Monats deutlich gestiegen. Anfang März 2026 lag der durchschnittliche Preis noch bei 24,3 Cent pro Kilowattstunde. Inzwischen müssen Verbraucher durchschnittlich 27,6 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Das entspricht einem Anstieg von 13,6 Prozent innerhalb weniger Wochen.

Auch wenn dieser Anstieg auf den ersten Blick moderat wirkt, macht sich der Unterschied im Alltag deutlich bemerkbar. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von etwa 3.500 Kilowattstunden muss dadurch mit spürbar höheren Kosten rechnen. Je nach Verbrauch können die Mehrkosten schnell mehrere hundert Euro pro Jahr betragen.

Interessant ist auch der Vergleich mit dem Vorjahr. Am 7. April 2025 lag der Strompreis bei etwa 27,4 Cent pro Kilowattstunde. Damit bewegen sich die Preise inzwischen wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor einem Jahr. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung ziehen die Strompreise nun wieder deutlich an.

Experten sehen mehrere Gründe für diese Entwicklung. Neben geopolitischen Spannungen spielt auch die steigende Nachfrage eine Rolle. Gleichzeitig beeinflussen Wetterbedingungen die Produktion erneuerbarer Energien. Weniger Wind und Sonne führen häufig dazu, dass teurere Energiequellen eingesetzt werden müssen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Gaspreis. Ein großer Teil der Stromproduktion erfolgt weiterhin über Gaskraftwerke. Steigen die Gaspreise, wirkt sich das unmittelbar auf die Strompreise aus. Dadurch verstärken sich die Preisbewegungen häufig gegenseitig.

Gaspreise steigen besonders stark

Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung beim Gaspreis. Innerhalb eines Monats ist dieser von 8,2 Cent pro Kilowattstunde auf 10,8 Cent gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 31,7 Prozent. Damit gehört Gas derzeit zu den Energieträgern mit der stärksten Preisentwicklung.

Für viele Haushalte ist das besonders problematisch, da Gas weiterhin eine zentrale Rolle beim Heizen spielt. Gerade in den kälteren Monaten können steigende Gaspreise schnell zu deutlich höheren Heizkosten führen. Aber auch im Frühjahr bleibt die Belastung spürbar.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Unterschied. Am 7. April 2025 lag der Gaspreis noch bei 9,8 Cent pro Kilowattstunde. Damit ist Gas aktuell deutlich teurer als noch vor einem Jahr. Diese Entwicklung sorgt bei vielen Verbrauchern für zusätzliche Unsicherheit.

Ein Grund für den starken Anstieg liegt in der internationalen Marktsituation. Politische Spannungen und Unsicherheiten beeinflussen die Gaslieferungen und treiben die Preise nach oben. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage in Europa hoch. Diese Kombination sorgt für steigende Preise.

Hinzu kommt, dass viele Länder ihre Gasreserven weiter auffüllen. Auch das erhöht die Nachfrage auf dem Markt. Wenn mehrere Länder gleichzeitig Gas einkaufen, steigen die Preise meist zusätzlich. Verbraucher bekommen diese Entwicklung direkt zu spüren.

Heizölpreise steigen besonders drastisch

Noch stärker fällt der Preisanstieg beim Heizöl aus. Seit Anfang März ist der Preis um 31,9 Prozent gestiegen. Während 100 Liter Heizöl Anfang März noch etwa 124 Euro kosteten, müssen Verbraucher inzwischen rund 163,50 Euro bezahlen.

two white wind turbines

Dieser Anstieg ist besonders deutlich, da Heizölpreise stark von den internationalen Ölpreisen abhängen. Sobald der Ölpreis steigt, folgen die Heizölpreise meist schnell. Genau das zeigt sich aktuell erneut.

Der Vergleich mit dem Vorjahr verdeutlicht die Entwicklung zusätzlich. Vor knapp einem Jahr lag der Preis für 100 Liter Heizöl noch bei rund 96,2 Euro. Damit ist Heizöl heute fast 70 Prozent teurer als vor einem Jahr. Diese Entwicklung trifft vor allem Haushalte mit Ölheizung besonders hart.

Viele Verbraucher stehen deshalb vor der Frage, ob sie jetzt noch bestellen oder auf sinkende Preise hoffen sollen. Experten raten in solchen Situationen häufig dazu, den Markt genau zu beobachten. Da die Preise aktuell stark schwanken, sind kurzfristige Änderungen möglich.

Auch saisonale Faktoren spielen eine Rolle. Im Frühjahr sinkt die Nachfrage normalerweise etwas, was die Preise stabilisieren kann. Doch geopolitische Entwicklungen können diesen Effekt jederzeit überlagern.

Pellets werden als einzige Energiequelle günstiger

Während Strom, Gas und Heizöl teurer werden, zeigen sich bei Pellets erste Preisrückgänge. Eine Tonne lose Pellets kostet derzeit durchschnittlich 372,25 Euro. Für Sackware werden etwa 407,72 Euro pro Tonne verlangt.

Anfang März lagen die Preise noch höher. Lose Ware kostete damals rund 394,91 Euro pro Tonne. Sackware lag bei etwa 411,38 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 5,7 Prozent bei loser Ware und 0,9 Prozent bei Sackware.

Die Preisentwicklung bei Pellets zeigt, dass sich nicht alle Energieträger gleich entwickeln. Der Markt für Holzpellets ist stärker von regionalen Faktoren abhängig. Dazu gehören etwa die Verfügbarkeit von Holz, Transportkosten und Produktionskapazitäten.

Außerdem hat sich der Pelletmarkt in den vergangenen Jahren stabilisiert. Nach starken Preissprüngen in der Vergangenheit normalisieren sich die Preise zunehmend. Das sorgt aktuell für leichte Entlastung bei Pelletheizungen.

Allerdings warnen Experten davor, diese Entwicklung als dauerhaft zu betrachten. Auch Pelletpreise können schwanken, etwa durch steigende Nachfrage oder höhere Produktionskosten. Dennoch bieten Pellets derzeit eine gewisse Preisstabilität im Vergleich zu anderen Energieträgern.

Unsichere Entwicklung in den kommenden Monaten

Wie sich die Energiepreise weiter entwickeln, bleibt schwer vorherzusagen. Viele Faktoren spielen eine Rolle. Dazu gehören geopolitische Entwicklungen, Wetterbedingungen, Nachfrage und politische Entscheidungen. Bereits kleine Veränderungen können die Preise stark beeinflussen.

Für Verbraucher bedeutet das vor allem Unsicherheit. Viele Haushalte überlegen, ob sie jetzt langfristige Verträge abschließen oder auf sinkende Preise warten sollen. Eine pauschale Empfehlung gibt es dabei nicht.

Einige Experten raten dazu, Preise regelmäßig zu vergleichen und flexibel zu bleiben. Gerade in Zeiten starker Schwankungen kann sich das lohnen. Auch Energiesparen bleibt ein wichtiger Faktor. Jeder eingesparte Kilowattstunde kann helfen, die Kosten zu reduzieren.

Klar ist jedoch: Die Energiepreise bleiben ein zentrales Thema für Verbraucher. Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie schnell sich die Situation verändern kann. Während Strom, Gas und Heizöl deutlich teurer werden, bieten Pellets derzeit zumindest eine kleine Entlastung. Ob das so bleibt, hängt von vielen Faktoren ab.